Hier ein paar Auszüge aus Alberts Hoffmans persönlichem Laborprotokoll
Buchtipp: Albert Hofmanns "LSD - mein Sorgenkind"; die Entdeckung einer Wunderdroge
Albert Hofmann und seine Kollegen hatten aus den Wirkstoffen des Mutterkorns das bis heute in allen Kreißsälen verwendete Standardpräparat "Methergin" gewonnen. Sieben Jahre später, fasste Hofmann in einer "merkwürdigen Vorahnung" den Entschluss, eine dieser Verbindungen, das Lsyergsäure-Diäthylamid, noch einmal herzustellen. Während der Arbeit spürte er mit einem Mal ein merkwürdiges Unwohlsein und notierte in einem Protokoll: ¹
16:20 Uhr:
Einnahme der Substanz17:00 Uhr:Beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz. Mit dem Velo nach Hause. Von 18 – ca. 20 Uhr schwerste Krise: Die letzten Worte konnte ich nur mit grosser Mühe niederschreiben. Die Veränderungen und Empfindungen waren von der gleichen Art wie gestern, nur viel tief greifender. Ich konnte nur noch mit grösster Anstrengung verständlich sprechen, und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch informiert war, mich nach Hause zu begleiten.Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. Zu Hause angelangt wurden Schwindel und Ohnmachtsgefühl zuweilen so stark, dass ich mich nicht mehr aufrecht halten konnte und mich auf ein Sofa hinlegen musste. Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. Die vertrauten Gegenstände nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarin war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze.²Heute sagt Albert Hofmann, dass er das LSD nicht entdeckt hat, sondern dass es zu ihm gekommen sei:
Das Lysergsäure-Diäthylamid hatte ich ja nur umkristallisiert und nichts davon eingenommen und du arbeitest doch absolut sauber, dachte ich mir. Wenn es das gewesen sein sollte, müsste es ja geradezu saumäßig wirksam sein. Als ich am Montag wieder im Labor war, nahm ich dann die kleinste Menge davon ein, die man sich überhaupt denken kann - und das war, wie sich später herausstellte, noch fünfmal zu viel und brachte mich dann auf einen Horrortrip. ¹
Quellen:
¹http://www.heise.de/tp/artikel/21/21746/1.html (29.2.12)
²http://www.schaffhausen.net/2008/04/albert-hofmann-vater-des-lsd-gestorben.html(29.2.12)
